Spitzenlagen am Binger Rochusberg

Spitzenlagen am Binger Rochusberg

Die Böden in und um Bingen sind von Quarzit bestimmt: fein- bis mittelkörnige metamorphe Gesteine mit Quarzgehalten von 98 Prozent. Sie prägen unsere Weine in ganz besonderer Weise, machen sie elegant und geradlinig, zart und fein. Unsere besten Rieslinge und Silvaner wachsen in den historischen und berühmten Großen Lagen Scharlachberg, Kirchberg und Osterberg.


Unser Hausberg, ein ehemaliger Sandstrand. 
Unsere Weinberge liegen allesamt am Binger Rochusberg, einer 245 Meter hohen Erhebung im nordwestlichsten Zipfel des Weinanbaugebiets Rheinhessen. Der Berg erstreckt sich über eine Breite von rund drei Kilometern und wird von Rhein und Nahe umrahmt. Im Erdzeitalter des Devon – vor rund 420 bis 360 Mio. Jahren im Paläozoikum – waren die Mittelgebirge Taunus und Hunsrück ein Sandstrand des großen Urmeeres. Aus diesem Sand entstand durch Verfestigung erst Sandstein und danach durch Metamorphose Quarzit. Die Nahe trennt den Rochusberg vom Rheinischen Schiefergebirge.

Große Lage Scharlachberg mit Katharinenzins

Quarzit im Boden.
Der eisenoxidhaltige Quarzitboden setzt sich aus über 90 % Kieselsäure sowie Glimmer oder Feldspäten zusammen. Der Gehalt an Erdalkalien und Eisenoxiden ist sehr gering und liefert den Reben nur wenige Nährstoffe. Quarzitböden sind Schuttböden, das Wasser versickert rasch und wird kaum gespeichert. Die Rebe gräbt auf der Suche nach Wasser und Nährstoffen ihre Wurzeln daher tief nach unten, was bei dieser Art von Gesteinsdecke problemlos gelingt. Wasserstress ist selten, auch wenn das Reservoir im Oberboden schnell aufgebraucht ist.

Wärmespeicher für die Reben.
Das Quarzitgestein hat einen hohen Siliziumoxyd-Anteil, was wie ein Sonnenspeicher auf die Reben wirkt. Die Mittagshitze heizt den Boden extrem auf, bis spät in den Abend wird Wärme abgestrahlt, was den Trauben zu intensiver Reife verhilft. Gleichzeitig sorgt diese Hitze auch für thermische Winde und ein schnelles Abtrocknen der Trauben. So können sie sehr lange reifen und bleiben bis zur Lese gesund.

Scharlachrot im Namen.
Der Scharlachberg zählt zu den ältesten und steilsten Lagen in der Region. Seine erste urkundliche Erwähnung „Scarlachen“ datiert ins Jahr 1248, als ihn das Kloster Eberbach durch einen Tauschhandel erwarb. Ende der 1790er-Jahre gab es einen Erlass, der die Weingüter dazu verpflichtete, aus Qualitätsgründen ausschließlich die edle Sorte Riesling am Scharlachberg zu kultivieren. „Scharlach“ bezieht sich im Übrigen auf die scharlachrote Farbe des eisenoxidhaltigen Quarzitbodens.

Gewachsen an Rhein & Nahe.
In der steilen und kargen, nach Süden ausgerichteten Großen Lage Scharlachberg bewirtschaften wir knapp 6 Hektar: auf ihm wachsen unsere wertvollsten Rieslinge, Silvaner und Gewürztraminer. Die Weine aus dem Scharlachberg erzählen von einer klaren und wilden Feuersteinmineralik, von Rosendüften, Mirabellen und Aprikosen, sind elegant, feingliedrig, vibrierend und sehr langlebig.

Filetstück Katharinenzins.
Der Katharinenzins ist das 1,2 Hektar große Filetstück vom Scharlachberg, das wir durch eine glückliche Fügung erwerben konnten. Der Name stammt noch aus den alten Zeiten, als die hier lebenden Bauern dem Kloster Eberbach am Tag der Heiligen Katharina, dem 25. November, ihren Zins abliefern mussten. 1572 wurde der Weinberg vom Kloster Eberbach als Erblehen verpachtet, blieb aber im Besitz des Klosters.

Weltweiter Exportschlager.
Ein Beleg für die große Klasse der Rieslinge aus dieser Lage: 1904 wurde auf der German Food and Wine Exhibition in St. Louis, USA, eine 1900er Scharlachberg Riesling Katharinenzins Auslese zum Kauf angeboten.

Große Lage Kirchberg

Spannende & kleine Einzellage.
Die Große Lage Kirchberg liegt auf der östlichen Seite des Rochusberges unterhalb der gleichnamigen Kapelle. Sie ist eine der kleinsten Einzellagen mit gerade mal 14 Hektar Gesamtfläche, aber sicherlich eine der Spannungsgeladensten! Wir bewirtschaften hier einen guten halben Hektar mit Riesling, der mit einer prägnanten, geradlinigen Feuersteinmineralik besticht und den Duft von Mirabellen und Ananas in sich trägt.

Kühleres Mikroklima.
Mit Blick auf den Rhein ist diese Lage nach Osten ausgerichtet, sodass die Morgensonne den frischen Tau auf den Blättern rasch trocknet. Der Wind, der durch das Rheintal zieht, durchlüftet die Reben stets sehr gut. Ab mittags ist der Kirchberg von der Sonne abgewandt und bleibt so von der extremen Mittagshitze verschont. Er bietet ein etwas kühleres Mikroklima als der recht warme Scharlachberg, was sich in den Trauben durch eine vielschichtige und kühlere Aromatik ausdrückt.

Quarzit als Wärmespeicher.
Auch der Kirchberg besitzt wie der Scharlachberg den markanten eisenoxidhaltigen Quarzitboden, der Nährstoffe nur in großer Tiefe bietet und über eine geringe Wasserspeicherkapazität verfügt. Das Quarzitgestein speichert die Wärme des Tages und versorgt die Reben bis spät in den Abend hinein mit einer schönen Wärme. Die Trauben können sehr lange reifen und bleiben bis zur Lese gesund.

Große Lage Osterberg

Kleine Einzellage mit Mysterium.
Die Lage Osterberg mit gerade einmal 12 Hektar liegt mittig und weit oben auf dem Rochusberg mit Blick nach Süden über ganz Rheinhessen. Im Osterberg finden sich auch Überbleibsel des alten Flussbetts der Nahe wieder. Ein Rätsel, wie das oben auf dem Bergrücken landen konnte! Und das Pflanzgut im Osterberg wurde aus einem über 100 Jahre alten Rieslingweinberg von der Mosel selektiert. 

Tonmergel für Persönlichkeit.
Die kalkreichen und tonigen Ablagerungen des Tertiärmeers - der Tonmergel - sind tiefgründig und dienen dem Boden als guter Wasser- und Wärmespeicher. Der kalkhaltige Boden macht den Wein körperreich und schenkt ihm eine cremige und seidene Textur. Die Weine aus dem Osterberg beglücken mit Rosenduft, Pfirsich, Apfel, Zitrus & feinen Kräuter sind und sind geheimnisvoll und ruhen in sich selbst.

Lage Rosengarten

Flussgeprägt & sonnig.
Die Lage Rosengarten mit 21 Hektar liegt neben dem Osterberg fast ganz oben auf dem Bergrücken des Rochusberg. Nach Süden ausgerichtet verwöhnt die Sonne die Reben den ganzen Tag über mit Wärme. In den Eiszeiten durchzogen Flüsse das Gebiet und deren Ablagerungen - die geschliffenen Flusskiesel - findet man heute noch im Rosengarten.

Nomen est omen.
Die Weine aus dem Rosengarten bezaubern mit einem ganzen Strauß von feinstem Rosenduft.

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